CancerIFP

Multiplex-Immunfluoreszenzfärbung zur Analyse der Tumormikroumgebung und tumorrelevanter Signalwegmarker

Die Immunhistochemie (IHC) gilt seit vielen Jahren als Goldstandard in der Pathologie, ermöglicht jedoch pro Gewebeschnitt nur den Nachweis eines einzelnen Markers. Die gleichzeitige Beurteilung mehrerer Marker ist daher schwierig – besonders dann, wenn nur wenig Gewebe zur Verfügung steht und zusätzlich molekulare Analysen durchgeführt werden sollen.

Die Multiplex-Immunfluoreszenz (IF) hingegen ermöglicht die parallele Analyse mehrerer Marker auf demselben Gewebeschnitt. Dadurch lässt sich erkennen, welche Proteine in Tumorzellen, Immunzellen oder beiden Zelltypen exprimiert werden. Zudem werden die Dichte und die Verteilung der Immunzellinfiltration im Gewebe sichtbar.

Mit CancerIFP bieten wir ein Multiplex-Immunfluoreszenz-Panel an, das gezielt Marker zentraler Immun-Checkpoints und tumorassoziierter Signalwege untersucht, die mit Tumorprogression und Immunantwort in Verbindung stehen. Das Panel liefert Einblicke in die Tumormikroumgebung und potenziell tumorrelevante Signalwege und ermöglicht die Überprüfung genetischer Befunde auf Proteinebene.

CancerIFP kann zusätzlich zu unseren umfangreichen Tumorprofiling-Services CancerPrecision® und CancerNeo® beauftragt werden.

Was wir Ihnen mit diesem Service bieten

Validierte
Plattform

Die Immunfluoreszenzplattform ist validiert und wird als laborentwickelter Test (LDT) angewendet. Alle Schritte erfolgen hausintern.

Gewebeschonendes Verfahren

Alle Marker werden auf einem einzigen Objektträger gefärbt. Dadurch bleibt Gewebe für weitere Analysen, wie beispielsweise Next-Generation-Sequencing, verfügbar.

Multiplex-
IF-Befund

Die Markerexpression wird von unserem Team aus Pathologinnen und Pathologen, beziehungsweise Neuropathologinnen und Neuropathologen, ausgewertet und dokumentiert.

Zusätzliche Informationen

Dieses Add-on zu CancerPrecision® oder CancerNeo® liefert ein tieferes Verständnis der Tumoreigenschaften, der Tumormikroumgebung und der Korrelation zwischen DNA-/RNA- und Proteinleveln.

Unser Versprechen an Sie

Schnelle Bearbeitung

2–3 Wochen nach Probeneingang

Sicherheit

Höchste Vertraulichkeit und Qualitätsstandards

Zuverlässigkeit

Rundum Betreuung bei jedem Schritt

Verständlichkeit

Übersichtlich aufbereiteter medizinischer Befund

Service Details

  • Multiplex-Immunfluoreszenzfärbung von 9 Markern (CD45, PD-L1, LAG3, p-mTOR, p-ERK, p16, p53, HER2, TROP2) auf demselben Gewebeschnitt – weitere Informationen zu den analysierten Markern
  • Bericht mit quantitativen Angaben zur Markerexpression
  • Anhang mit Informationen zu den Markern

Jeder Marker wurde intern validiert und die Analyse erfolgt auf unserer Whole-Slide-Immunfluoreszenz-Plattform. Die Gewebeproben werden durch eine Fachärztin für Neuropathologie oder einen Facharzt für Pathologie bewertet, um die Qualität und die Eignung des Gewebes für die IF-Färbung zu beurteilen. Die Färbungen werden mit dem VS200 Slide Scanner (EVIDENT) digitalisiert und anschließend mit der OlyVIA-Software (EVIDENT) vorverarbeitet und ausgewertet. Die Qualität der Färbungen in Kontroll- und Tumorgewebe wird von unserem Team aus Biologinnen und Biologen, Pathologinnen und Pathologen sowie Neuropathologinnen und Neuropathologen geprüft. Die Markerexpression wird analysiert, dokumentiert und durch eine Pathologin oder einen Neuropathologen freigegeben. Der IF-Befundbericht enthält Qualitätskontrollinformationen sowohl zur untersuchten Probe als auch zu den durchgeführten Färbungen.

Die für Immunfluoreszenzmarker (IF) verwendeten Bewertungssysteme wurden aus etablierten Standards der chromogenen Immunhistochemie (IHC) adaptiert, um eine konsistente und vergleichbare Bewertungsgrundlage zu gewährleisten. IF bietet im Vergleich zu IHC jedoch eine höhere Sensitivität und einen größeren Dynamikbereich. Auch wenn die Fluoreszenzintensitäten möglicherweise keine streng lineare Korrelation mit chromogenen IHC-Signalen aufweisen, wurden umfangreiche Validierungsschritte durchgeführt — einschließlich Vergleich und Anpassung an die chromogene IHC im Rahmen der Antikörperetablierung und -validierung. Aufgrund methodenbedingter Unterschiede können dennoch Abweichungen zwischen IF- und IHC-Ergebnissen auftreten.

Dieser Service ist als Zusatzleistung für FFPE-basierte CancerPrecision®– und CancerNeo®-Aufträge verfügbar.

Beispielbefund

Unsere Standaranforderungen für Proben

Tumorgewebe (Tumorgehalt mindestens 20 %)

  • FFPE-Tumorblock (min. Gewebegröße 5x5x5 mm) (empfohlene Probenart), oder
  • ungefärbte FFPE-Schnitte (mindestens zwei Schnitte mit 5 µm Dicke*, Gewebefläche 5 × 5 mm) auf positiv geladenen Objektträgern (Superfrost® Plus oder gleichwertig)

Bitte beachten Sie, dass dieser Service nur in Verbindung mit CancerPrecision® oder CancerNeo® beauftragt werden kann. Stellen Sie daher sicher, dass auch die Probenanforderungen dieser Services erfüllt sind. Bei unzureichender Probenqualität oder zu geringem Tumoranteil kann die Analyse fehlschlagen.

Wenn Sie mehr als eine Option für Tumorproben haben, wenden Sie sich bitte an unseren Diagnostik Support. Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl der optimalen Probe für Ihre Patientinnen und Patienten. Informationen zum sicheren Versand Ihrer Proben finden Sie hier.

*Unsere Protokolle und Kontrollen sind für eine Schnittdicke von 5 µm validiert.

Diagnostikablauf

Icon Prozessablauf

Beratung & Auswahl des Tests

Icon zur Darstellung eines Prozessablaufs
Icon Prozessablauf

Probenentnahme & Probenversand

Icon zur Darstellung eines Prozessablaufs
Icon Prozessablauf

Analyse der Probe

Icon zur Darstellung eines Prozessablaufs
Icon Prozessablauf

Befundübermittlung & Beratung

Das macht unseren Service besonders

CancerIFP kombiniert digitale Pathologie mit räumlicher Biologie und bietet eine gezielte Auswahl relevanter Marker zur Visualisierung der Immunzellinfiltration, der Expression von Checkpoint-Markern und der Aktivierung von Signalwegen. Durch die Analyse mehrerer Marker auf demselben Gewebeschnitt bieten wir einen gewebeschonenden Ansatz. Dies ist besonders wichtig, wenn die Probenmengen begrenzt sind oder parallel eine molekulare Analyse erforderlich ist. Alle Marker wurden hausintern validiert und werden von unserem erfahrenen Expertenteam aus den Bereichen Technik, Wissenschaft, Pathologie und Neuropathologie gefärbt und ausgewertet. Eine umfassende Qualitätskontrolle gewährleistet zuverlässige, reproduzierbare Ergebnisse und die bestmögliche Vergleichbarkeit mit chromogenen IHC-Standards. Für jede analysierte Probe wird ein detaillierter Bericht mit einer Zusammenfassung aller Ergebnisse und Qualitätsparameter erstellt.

IHC/IF-Vergleich und Multiplexing

Sowohl die Immunhistochemie (IHC) als auch die Immunfluoreszenz (IF) sind antikörperbasierte Verfahren zum Nachweis von Proteinen in Gewebeschnitten. Sie unterscheiden sich jedoch in der Art der Markervisualisierung und in ihren Multiplexing-Möglichkeiten. Während IHC chromogene Signale detektiert, basiert IF auf einem fluoreszenzbasierten Nachweissystem. In der routinemäßigen klinischen Pathologie wird mit IHC in der Regel ein Marker pro Gewebeschnitt gefärbt. IF hingegen ermöglicht die gleichzeitige Analyse mehrerer Zielstrukturen in ein und demselben Gewebeschnitt.

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen vergleichbare Signale für IHC und IF bei einzelnen Markern (Abb. 1 und 2) und veranschaulichen, wie die multiplexe Immunfluoreszenzanalyse (Abb. 3) die diagnostischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten über die Grenzen der konventionellen IHC hinaus erweitert.

Analysierte Marker – CancerIFP

Liste der Marker, die in diesem Panel mittels Multiplex-Immunfluoreszenzfärbung (IFP-05) analysiert werden

CD45, PD-L1, LAG3, p-mTOR, p-ERK, p16, p53, HER2, TROP2

Weitere Informationen zu den Markern

Unser Service umfasst eine CD45-Färbung, um Immunzellen eindeutig von Tumorzellen zu unterscheiden. Das ist entscheidend für die korrekte Interpretation von Immun-Checkpoint-Markern.

  • CD45 ist in Immunzellen positiv. Die CD45-Färbung ermöglicht die Identifikation von Lymphozyten, Granulozyten und Makrophagen. Besonders für die Beurteilung von PD-L1 (siehe Abschnitt unten) ist es wichtig, positive Signale in Tumorzellen von positiven Signalen in Immunzellen zu unterscheiden.

CancerIFP umfasst zwei Marker, PD-L1 und LAG3, die zu den relevanten Immun-Checkpoint-Proteinen gehören.

  • PD-L1 ist ein Immun-Checkpoint-Ligand, der an PD-1-Rezeptoren auf T-Zellen bindet. Dadurch werden die T-Zellen inaktiviert und ihre Immunreaktivität gehemmt. Dieses Protein kann sowohl in Immunzellen als auch in Tumorzellen verschiedener Entitäten exprimiert sein.
  • LAG3 hingegen ist ein Immun-Checkpoint-Rezeptor und vor allem in erschöpften T-Zellen zu finden. Diese Zellen haben eine verringerte Proliferationsfähigkeit und können ihre zytotoxische Funktion verlieren. Eine hohe Expression beider Marker kann auf eine Immunflucht hinweisen.

Relevanz von Immun-Checkpoints in der Tumormikroumgebung:

Stimulatorische und inhibitorische Rezeptoren steuern die Aktivierung von T-Zellen in der Tumormikroumgebung. Ihre Interaktionen mit den jeweiligen Liganden sind entscheidend für die Immunregulation und für Mechanismen der Tumorimmunflucht. CancerIFP untersucht gezielt den Immun-Checkpoint-Liganden PD-L1 sowie den Immun-Checkpoint-Rezeptor LAG3.

Illustration of Immunosuppressive function of LAG-3

Abb. 4: Darstellung von Immun-Checkpoint-Rezeptoren und -Liganden

Dieses Panel umfasst sechs Marker: p-mTOR, p-ERK, p16, p53, HER2 und TROP2. Sie adressieren zentrale tumorspezifische Signalwege.

  • Eine p-mTOR-Färbung liefert Hinweise auf die Aktivierung des PI3K/AKT/mTOR-Signalwegs, während die p-ERK-Färbung Einblicke in die Aktivierung des MAPK-Signalwegs gibt. Beide Signalwege sind in Tumorzellen häufig konstitutiv aktiviert. Diese Marker können in molekularen Tumorkonferenzen hilfreich sein, um genetische Veränderungen in Komponenten des PI3K/AKT/mTOR- oder MAPK-Signalwegs mit der Phosphorylierung der jeweiligen nachgeschalteten Proteine mTOR und ERK zu korrelieren.
  • P16 ist ein Tumorsuppressorprotein, das in vielen Tumoren verloren geht. Der Verlust von p16 kann zu einer Enthemmung cyclinabhängiger Kinasen und damit zur Aktivierung der Zellzyklusprogression führen. Die p16-Färbung kann helfen, eine biallelische Inaktivierung des Gens CDKN2A nachzuweisen, das p16 kodiert.
  • P53 ist ein Tumorsuppressorprotein, das vom Gen TP53 kodiert wird und als Reaktion auf DNA-Schäden aktiviert wird. P53 löst Zellzyklusarrest zur DNA-Reparatur aus, induziert zelluläre Seneszenz und kann Apoptose einleiten. Die p53-Färbung kann unterstützen, alterationsbedingte Veränderungen des TP53-Gens auf Proteinebene sichtbar zu machen und Tumorzellen in TP53-veränderten Entitäten zu identifizieren.
  • HER2 und TROP2 sind Zelloberflächenproteine, die vor allem aus dem Mammakarzinom bekannt sind, aber auch in epithelialen Tumoren verschiedener Entitäten exprimiert sein können. Eine Überexpression kann gelegentlich auf RNA-Ebene nachgewiesen werden. In solchen Fällen bietet die HER2- oder TROP2-Färbung Einblicke in die membranständige Expression auf Proteinebene.

In unserem Portfolio erfassen wir somatische genetische Varianten über die CancerPrecision®-Analyse. Die Prüfung auf Überexpression von CD274 (PD-L1), ERBB2 (HER2), TACSTD2 (TROP2), Komponenten des PI3K/AKT/mTOR- oder MAPK-Signalwegs sowie auf reduzierte Expression von CDKN2A (p16) ist über ein Gene-Expression-Add-on möglich. Diese Ergebnisse lassen sich anschließend auf Proteinebene durch Multiplex-IF verifizieren.

Downloads

Einsendeformular CancerPrecision®
Einsendeformular herunterladen

(CancerIFP auf Seite 3 des CancerPrecision® Einsendeformulars)

Beispielbefund CancerIFP
Angewandte Marker CancerIFP
Tumor Diagnostics Brochure (EN)
CancerPrecision Flyer (EN)
Specimen Guidelines for Tumor Diagnostics EN

Kontaktieren Sie uns

Sie haben noch eine Frage oder Interesse an unserem Service?

Mit (*) gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

Diagnostik-Support

Wir unterstützen Sie auf Wunsch bei der Auswahl der diagnostischen Strategie – für jede einzelne Patientin und jeden einzelnen Patienten.

Das Tumor Team der CeGaT