Wir haben unser diagnostisches Portfolio erweitert und bieten die Genom-Diagnostik nun als zusätzliche Option für seltene, bislang ungeklärte Fälle an. Der neue Service dient als Zweitlinien-Test für Patientinnen und Patienten, bei denen auch nach einer hochwertigen Exom-Diagnostik wie ExomeXtra® zu keiner Diagnose geführt hat.
Trio ExomeXtra® bleibt der effektivste Ansatz zur Klärung genetischer Erkrankungen
ExomeXtra® ist unser Erstlinien-Test für Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine genetische Erkrankung. Das klinisch optimierte Design leifert eine tiefe und gleichmäßige Abdeckung nahezu aller krankheitsrelevanten Regionen und ermöglicht damit eine hohe analytische Sensitivität sowie klinisch aussagekräftige Ergebnisse. Insbesondere als Trio-Analyse führt ExomeXtra® in den meisten Fällen zu einer eindeutigen Diagnose. Mehrere Kohortenstudien belegen, dass die Einbeziehung elterlicher Daten die diagnostische Ausbeute um 5 bis 15 Prozentpunkte erhöht1,2,3. Informationen über Vererbungsmuster verbessern die Varianteninterpretation deutlich, insbesondere bei komplexen oder unspezifischen Phänotypen. Der Wechsel von der Exom- zur Genom-Diagnostik führt dagegen in der Regel nur zu einem zusätzlichen Anstieg der diagnostischen Ausbeute um 1 bis 5 Prozentpunkte4.
Dies liegt auch daran, dass die breitere Abdeckung der Genom-Diagnostik entgegen verbreiteter Annahmen nur selten zu mehr diagnostischer Klarheit beiträgt. Die meisten zusätzlichen Befunde fallen in die Kategorie von Varianten mit unklarer Signifikanz. Gleichzeitig mindert die Genom-Diagnostik die Sensitivität, da sie Tiefe gegen Breite tauscht. Dies stellt insbesondere in diagnostisch relevanten Regionen einen Nachteil dar. Für die meisten diagnostischen Fragestellungen bleibt daher eine hochwertige, klinisch optimierte Exom-Diagnostik wie Trio ExomeXtra® der effektivere erste Schritt.
Genom-Diagnostik klärt Fälle mit strukturellen Varianten
Trotz der deutlichen Vorteile von ExomeXtra® bleibt bei einem kleinen Teil der Patientinnen und Patienten die genetische Ursache ungeklärt. In einigen dieser Fälle liegt der Erkrankung möglicherweise eine strukturelle oder komplexe Variante oder eine tiefe intronische Veränderung zugrunde, die mit Exom-basierten Verfahren nicht vollständig erfasst werden können. In solchen Fällen kann die Genom-Diagnostik die entscheidenden Informationen liefern, da sie das gesamte Genom abdeckt und den Nachweis von Inversionen, Translokationen, Insertionen sowie weiteren großen oder komplexen Umlagerungen ermöglicht.
Die Genom-Diagnostik schließt diese Lücke in unserer Exom-Diagnostik. Durch die Kombination von Trio ExomeXtra® mit diesem gezielt eingesetzten Zweitlinien-Test bleiben wir unserem Anspruch treu, stets den jeweils besten diagnostischen Ansatz zur Abklärung seltener Erkrankungen anzubieten. Dabei greifen wir auf unsere langjährige Erfahrung in der genetischen Diagnostik zurück und wenden dieselben Qualitätsprinzipien und fachlichen Standards an, die auch unseren Abläufen für die Exom-Anreicherung zugrunde liegen. So stellen wir sicher, dass unsere Genom-Diagnostik unseren hohen diagnostischen Anforderungen entspricht. Gerne beraten wir Sie, ob unsere Genom-Diagnostik für einen konkreten Fall sinnvoll ist.
- Malmgren, H. et al. Diagnostic yield of 1000 trio analyses with exome and genome sequencing in a clinical setting. Frontiers in genetics. 16:1580879. doi: 10.3389/fgene.2025.1580879. (2025)
- Farwell, K. D. et al. Enhanced utility of family-centered diagnostic exome sequencing with inheritance model-based analysis: results from 500 unselected families with undiagnosed genetic conditions. Genetics in medicine. 17(7):578-86. doi: 10.1038/gim.2014.154. (2015)
- Retterer, K. et al. Clinical application of whole-exome sequencing across clinical indications. Genetics in medicine. 18(7):696-704. doi: 10.1038/gim.2015.148.(2016)
- Battke, F., Schulze, M., & Schulte, B. What Is the Real Diagnostic Benefit of Whole-Genome Sequencing?. Preprints. https://doi.org/10.20944/preprints202412.0023.v1 (2024)
